Mit dem Zug nach Italien: München, Teil 1

Am 23.08.2025 war es dann so weit und die lange geplante Reise ging endlich los.

Zugegeben, ich habe in den Tagen und Wochen vorher immer wieder damit gehadert. So eine lange Reise, so viele verschiedene fremde Orten, Bette, Eindrücke, werde ich damit überhaupt klarkommen? Wird mit den Zügen alles klappen? Werden die Unterkünfte okay sein? Und wäre es nicht doch schlauer gewesen, meinen angstgestörten Arsch wieder für zwei Wochen an der Ostsee zu parken? All dies sagte ich regelmäßig dem besten Mitreisenden von allen, der darauf wie immer erwiderte: „Wir finden nur raus, ob es gut ist, wenn wir es machen.“ (Daraufhin brummte ich nur, denn er hatte ja recht.)

09:45 Uhr an einem Samstag also, wir stehen am Bahnsteig 8 in Hamburg und warten auf den ersten Zug. Den einzigen übrigens, der von der Deutschen Bahn betrieben wird. Die Zugbindung ist schon seit April aufgehoben, weil der Zug bei Buchung noch über Berlin und Leipzig gefahren wäre, jetzt aber wegen der Streckensperrung Hamburg – Berlin über Hannover und Kassel fährt. Die Fahrzeit hat sich zum Glück nur um etwa 15 min verlängert. Wir stehen auf dem Bahnsteig und tun, was wir immer vor Fernzugreisen tun, nämlich schnell noch das am Bahnhof gekaufte Franzbrötchen und einen halben Liter Wasser inhalieren. Dann fährt der Zug ein, also schnell noch Kaugummi in den Mund, Maske auf und los. Der Bahnsteig ist sehr voll, aber wie immer sortiert sich im Zug alles recht schnell ein. Heute auch keine lustigen Wagenreihenänderungen oder ausgefallenen Reservierungen, der Zug so, wie er sein soll und fährt sogar pünktlich ab.

Die nächsten knapp 6 Stunden verbringe ich mit Musikhören, aus dem Fenster schauen, Bloglesen und dem Installieren und Einrichten der App des Münchner ÖPNV. Da ich von zu Hause aus arbeite, habe ich kein Deutschlandticket, weil ich sehr selten mit den Öffis unterwegs bin. Das Tagesticket in München kostet beinahe 10 Euro, stelle ich fest, aber es gibt auch in dieser App inzwischen wie in Hamburg die Möglichkeit, einfach beim Losfahren einzuchecken und an der Zielhaltestelle wieder aus und damit dann am Ende des Tages den günstigsten Tarif zu zahlen.

Auf Höhe Würzburg wird nach 4,5 Stunden der Hunger dann doch so groß, dass ich noch eine halbe Brezel in mehreren Stücken unter die Maske schiebe. Ich linse auch schon mal in mein erstes Urlaubsbuch rein, bin aber irgendwie noch nicht so richtig in Lesestimmung. Im Abteil ansonsten entspannte Stimmung, eine Familie spielt ein Kartenspiel, Rentner*innen lesen und unterhalten sich, und – vermutlich dem Samstag geschuldet – kaum jemand arbeitet. Also außer dem Mitreisenden, der am Handy noch eine lange berufliche Mail schreibt. Und dann, man muss es ja wirklich betonen, fährt der ICE der Deutschen Bahn mit nur 10 min Verspätung in den Münchner Hauptbahnhof ein, es ist ziemlich genau 16 Uhr.

Foto vom Münchner Hauptbahnhof, zu sehen ist eine Wand, an der das blaue Schild mit der Schrift "München Hbf" hängt

Wir fahren noch eine Station mit der S-Bahn und laufen dann (in Ortsunkenntnis einen ziemlichen Umweg gehend) zu unserem Hotel, das etwas außerhalb der Innenstadt liegt. Das mit der ÖPNV-App klappt auch, nur dass man in München selbstständig auschecken muss, während die Hamburger App das nach einer Weile automatisch tut.

Im Hotel dann erstmal den Raum lüften, Wasser trinken, Franzbrötchenreste essen und mal schauen, was es hier in der Nähe so gibt. Danach gehen wir ungefähr zehn Minuten, bis wir eine Gegend mit mehreren Restaurants erreichen. Vor dem ersten, das wir ansteuern, sitzen so viele Leute, die rauchen – einer davon eine unfassbar stinkende Zigarre -, dass ich mir nicht vorstellen kann, dort zu essen. Stattdessen gehen wir zu einem Italiener, der Mitreisende bestellt Pizza, ich einen „italienischen Burger“, beides dauert leider ewig, bis es dann mit der Vorspeise zusammen kommt, ist aber wenigstens lecker.

Am späteren Abend fahren wir noch mal in die Innenstadt und holen uns Eis bei Ballabeni, einem Eisladen, den ich auch schon von bloggenden und social-media-postenden Münchner*innen kenne. Tatsächlich war ich noch nie in dieser Art von Eisdiele, bei der man das Eis nicht direkt sieht, sondern es in diesen silbernen Behältern ist, aber im Verlauf des Urlaubs werde ich noch mehrere davon sehen. Das Eis, Zwetschge und irgendwas super leckeres mit Karamell und Cashew, ist jedenfalls richtig gut.

Foto eines Papp-Eisbechers, darin 2 Sorten Eis und eine Waffel und ein Holzlöffel. Im Hintergrund ein Tisch mit Stühlen, Straßen, Büsche. Es ist schon recht dunkel.

Wir gehen noch weiter, bis zum Stachus, der ganze Bereich dort ist eine Großbaustelle, der Hauptbahnhof inbegriffen. Uns kommen Leute entgegen, die zu einer Togaparty wollen, generell viele junge Menschen, die gerade feiern gehen, es ist ja auch Samstag. Ich hingegen möchte jetzt so langsam zu Bett und Buch, und als es richtig dunkel ist, sind wir auch zurück im Hotel, trinken noch eine Johannisbeerschorle aus dem Hotelkühlschrank neben der Rezeption und gehen dann bald schlafen.

Um halb 2 Uhr nachts wache ich mit Migräne auf, damit habe ich schon gerechnet, das passiert fast jede erste Nacht in einem fremden Bett, man ahnt also, weshalb 5 verschiedene Unterkünfte für mich durchaus eine Herausforderung sind. Ich nehme Tabletten und schlafe zum Glück schnell wieder ein und bin dann am Sonntag fit für den ersten Tag in München.

Aber da ich mich mal wieder nicht kurz fassen kann und dieser Post hier schon so lang ist, schreibe ich darüber erst später.

Wer schreibt hier eigentlich?

Hi, ich bin Lena. Ich lebe in Hamburg und arbeite u. a. als freiberufliche Autorin, Lektorin und Übersetzerin. Mehr zu mir findet ihr auf der Seite Über mich. Ihr könnt euch auch meine Veröffentlichungen anschauen oder euch zu meinen Schreibworkshops informieren.

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Eine Antwort auf „Mit dem Zug nach Italien: München, Teil 1“

  1. Hihi, da hat dein Mitreisender eine längere Version vom Lieblingsmotto meines Therapeuten am Start:

    „Einfach ma machen!“

    Danke schonmal an dieser Stelle für diesen, die vorherigen und die kommenden Artikel ^__^

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