Wie es dann so ist

Argh, schon gleich wieder nachgelassen hier im Bloggen, dabei hab ich für den nächsten Teil des Reiseberichts sogar schon Fotos rausgesucht. Aber der Infekt direkt nach dem Urlaub hat jetzt doch ziemlich viel Zeit geklaut und letzte Woche musste ich einfach mal zwei Tage ohne Bloggerei zwischendurch arbeiten.

Ansonsten hätte ich hier gerne von der Lesung berichtet, auf die ich im letzten Beitrag hingewiesen hatte. Ich hätte dort sowohl die neueste Queer*Welten als auch meine Novelle präsentiert. Aus den Queer*Welten hatte ich am Donnerstag schon drei Mikro-Texte zum Vorlesen ausgesucht, bei der Novelle war es nicht so einfach. Meine etablierte Vorlesestelle aus dem ersten Kapitel war etwas zu lang, aber die kann ich nicht nur halb lesen, dann fehlt ihr das BÄM am Ende. Zwei andere Stellen, die ich ausprobiert habe, waren mir dann doch zu lang und ohne Kontext zu wenig aussagekräftig. Am Ende habe ich mich dann für den Prolog und eine Stelle aus einem späteren Kapitel entschieden, die ich einfach sehr mag. Und die erklärt, warum es Lesezeichen in Schmetterlingsform gibt, die ich danach verteilen kann. Auch über mein Outfit hatte ich mir schon Gedanken gemacht – nicht, dass die Kleidung bei Lesungen wichtig wäre, aber da ich zu 90 % in Schluffiklamotten im Home-Office arbeite, nehme ich die Gelegenheit dann schon gerne wahr, mal was anderes anzuziehen, über das ich länger nachgedacht habe als „was liegt oben im Kleiderschrank und ist bequem“.

Dann war Freitag, und ich verbrachte den Nachmittag und frühen Abend mit dem Fertigstellen und Hochladen der neuesten Podcastfolge und merkte schon, dass ich irgendwie Kopfschmerzen bekomme, aber natürlich musste ich unbedingt trotzdem noch die Datei zu Ende bearbeiten. Mein Versuch, das Kopfweh danach mit Yoga zu bekämpfen, machte nach fünf Minuten klar, dass ich inzwischen mitten in einer Migräneattacke bin (gegen Spannungskopfweh hilft bei mir Bewegung oder macht es zumindest nicht schlimmer, bei Migräne verschlimmern schon entspannte Dehnübungen die Schmerzen). Also Tabletten, früh ins Bett, auf das Beste hoffen.

Hat aber nichts genützt, am Samstag musste ich die Rollenspielrunde absagen, der beste Mitbewohner von allen fuhr alleine hin (schickte mir aber immerhin viele Fotos der am Spielort lebenden Katzen). Ich verbrachte den Tag erst im Bett, danach, als ich mich besser fühlte, mit ein bisschen Rumrödeln im Haushalt. Inzwischen war ich optimistisch für Sonntag, es ging mir ja wieder besser. Also noch Nägel lackiert, Haare gewaschen und ein bisschen Netflix geschaut … nur um dann um 22 Uhr zu merken, dass die Migräne gerade zurückkommt.

Wieder Tabletten, die nicht richtig wirkten, eine unruhige Nacht mit Aufwachen alle paar Stunden. Um halb 9 stand ich auf, schickte eine Absagemail an den Menschen, der mich eingeladen hatte, tippte kurz Absagen auch auf allen Social-Media-Kanälen und ging zurück ins Bett. Das Spiel wiederholte sich dann wieder – Ausruhen, Besserung, am Abend ging es von vorne los. Jetzt, am Montagmorgen, scheint es zu gehen, weshalb ich jetzt dringend arbeiten sollte, ehe es womöglich wieder losgeht.

Und so ist es dann mit Migräne. Pläne sind egal, Vorfreude ist egal, investierte Vorbereitung ist egal. Ich kann keine Events markieren, die aber so wichtig und schön sind, dass sie auf jeden Fall klappen müssen (im Gegenteil, solche Gedanken stressen mich oft so, dass ich dann erst recht Migräne kriege). Jeden Tag wird neu gewürfelt, ob ich an ihm teilnehmen kann.

Und demnächst wirds hier auch wieder fröhlicher und reise-bericht-iger. Hoffentlich.

P. S.: Tipps zur Migränebehandlung sind nicht nötig, ich bin versorgt.

Wer schreibt hier eigentlich?

Hi, ich bin Lena. Ich lebe in Hamburg und arbeite u. a. als freiberufliche Autorin, Lektorin und Übersetzerin. Mehr zu mir findet ihr auf der Seite Über mich. Ihr könnt euch auch meine Veröffentlichungen anschauen oder euch zu meinen Schreibworkshops informieren.

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6 Antworten auf „Wie es dann so ist“

  1. Puh, wie ätzend. Aber danke, dass du auch sowas schreibst, finde ich gut und wichtig, danke dir.

    Und aus der Ferne finde ich das Blogtempo extrem hoch, ich krebs hier seit Wochen nebenbei an meinem Newsletter rum, das ist alles immer viel mehr Arbeit (zumindest für mich) als „kurz“ ein paar Zeilen schreiben (mit Links und 100 mal Korrekturlesen und ändern und merken, dass durch die Änderung der Satz jetzt so gar keinen Sinn mehr macht und mehr ändern) und „kurz“ Fotos raussuchen (aus den 1500 die seit dem letzten Newsletter entstanden sind und kurz bearbeiten und einfügen und sich für ein anderes entscheiden). Etc pp.

    Na ja, ick froi mich wie gesagt auf Artikel ob sie schnell oder langsam kommen ^__^

  2. Danke fürs Schreiben! Habe selbst auch Migräne und fühle mich damit sehr gesehen und weniger allein. Ist echt ätzend, wenn Pläne wegfallen. auf die man sich gefreut hat.

  3. Ja! Ich hab es mal so formuliert: Migräne fragt nicht, Migräne ist einfach da.

    Hatte vor einiger Zeit mal 6 TAge in Folge ab dem sehr frühen Morgen Migräne und dann auch gelernt, dass die Uhrzeit recht typisch ist. Hilft mir nur nix. 🙂

    Bin froh, wenn Medis wirken, aber mehr als Rumliegen geht dann trotzdem nicht.

    1. Das ist wirklich eine sehr schöne Formulierung … und sehr wahr. Ja, früher Morgen ist glaube ich sehr typisch, wenn man Glück hat, kann man dann Medikamente nehmen und noch mal schlafen und dann ists besser. Aber fit ist man ja trotzdem nicht.

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