Mit dem Zug nach Italien: München, Teil 2

Nach dem Anreisetag beginnt der erste volle Tag in München erstmal mit Aufwachen im Hotelzimmer, wo ich gemütlich im Bett recherchiere, was wir denn heute machen können. Denn so akribisch ich Zugfahrten, Unterkünfte und die allgemeine Reiseroute geplant habe: Was man vor Ort dann genau macht, lasse ich gerne auf mich zukommen. Ich reise eher nicht mit einer Checkliste an, was ich in Ort X alles gesehen und gemacht haben „muss“, auch wenn ich total verstehe, dass auch das seinen Reiz hat, wenn man möglichst viel rausholen möchte aus einem Aufenthalt. Aber da ich sowieso nie sagen kann, ob ich an einem Tag viel Energie oder wenig habe, ob ich Menschenmengen ertrage oder das gar nicht geht, oder ob ich womöglich den ganzen Tag mit Migräne im Bett liege, neige ich eher nicht zu festen Plänen oder vorher gekauften Eintrittskarten.

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Mit dem Zug nach Italien: Die Idee

Es hörte sich am Anfang nach einem völlig absurden Unterfangen an: Nach vier Jahren Urlaub in Ferienwohnungen an der Ost- oder Nordsee, minimales Risiko, kurze Anreise, vertraute Urlaubsorte usw. nun dieses Jahr eine beinahe dreiwöchige Zugreise. Mit wenig Gepäck, weil alles geschleppt werden muss, mehreren Stationen, vielen neuen Orten und Eindrücken. Als ich zuerst darüber nachdachte, dachte ich: Klingt nett, aber nie im Leben schaffe ich das.

Ja, ich weiß, ich weiß. Andere machen monatelang Backpacking durch Südostasien oder fahren mit dem Rad über die Alpen oder so. Aber als mittelalte, weder besonders fitte noch chronisch gesunde Person mit einer zwar therapierten, aber nicht magisch verschwundenen Angststörung, als Person, die nach wie vor darauf achten muss, möglichst keine Corona-Infektion zu bekommen … da war das schon eine krasse Herausforderung. Ehrlich gesagt: Nur durch die Therapie war es überhaupt möglich, würde ich sagen, diese Reise anzutreten. Scherzhaft (okay, eigentlich nicht ganz so scherzhaft) habe ich mehrfach gesagt, dass das jetzt eine Konfrontationstherapie wird. Und ein Test, ob ich jemals wieder weiter wegfahren kann und will als in eine vertraute Ferienwohnung in Norddeutschland.

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